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Dr. med. dent. Albert Schachermeier

Mai 2020 – Warum schadet Rauchen eigent­lich?

Vielen Menschen ist zwar bekannt, dass Rauchen Zähnen und Zahnfleisch schadet, die konkreten negativen Auswirkungen kennen jedoch nur wenige. Anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai geben wir einen Überblick über die möglichen Folgen des Rauchens für die Mundgesundheit. Außerdem erhalten Raucher Tipps für ihre Mundhygiene.

Zahnfleischentzündungen und Parodontitis

Bei Rauchern entstehen Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) und Entzündungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis) wesentlich leichter als bei Nichtrauchern. Außerdem ist der Verlauf der Parodontitis bei Rauchern meist schwerer und die Behandlung problematischer.

Die Folgen einer fortgeschrittenen Parodontitis: Die Erkrankung schädigt den Kieferknochen und führt unbehandelt zu Zahnverlust. Zudem sind Zusammenhänge zwischen der Parodontitis und Herz-/Kreislauferkrankungen, Diabetes und Rheumatoider Arthritis nachgewiesen worden. Zudem geht man heute davon aus, dass die Parodontitis das Risiko einer Frühgeburt oder eines zu geringen Geburtsgewichtes erhöht.

Wichtig zu wissen: Bei Rauchern sind die Anzeichen einer Parodontitis in frühen Erkrankungsstadien oft weniger ausgeprägt als bei Nichtrauchern: So tritt zum Beispiel Zahnfleischbluten seltener auf, obwohl bereits schleichende Entzündungs- und Schädigungsprozesse vorhanden sind!

Erhöhtes Risiko für Mundhöhlen- und Rachenkrebs

Tabakrauch enthält eine Vielzahl von Substanzen, die krebserregend sind oder im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen. Demnach ist bei Rauchern das Risiko, an Mundhöhlen- und Rachenkrebs zu erkranken, deutlich erhöht. In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 10.000, in Österreich ca. 700 und in der Schweiz ca. 1000 Menschen an Tumoren in der Mundhöhle oder im Rachen. Etwa 95 Prozent der Patienten sind Raucher.

Fazit: Ein Rauchstopp könnte viele Fälle von Mundhöhlen-, Rachen- und Speiseröhrenkrebs verhindern.

Weitere mögliche Folgen des Rauchens:

  • Verminderter Geruchs- und Geschmackssinn
  • Vermehrte Zahnsteinbildung und damit ein erhöhtes Entzündungsrisiko des Zahnfleisches
  • Dunkle Verfärbungen der Zähne
  • Zahnfleischrückgang, dadurch sehr lang wirkende Zähne und freiliegende, empfindliche Zahnhälse mit erhöhtem Kariesrisiko
  • Langsamere Wundheilung im Mund, weil die Tabakinhaltstoffe die körpereigene Immunabwehr schwächen
  • Die langsamere Wundheilung kann weiterhin zu einer verzögerten Einheilung von Zahnimplantaten führen.

Tipps für Raucher:

Nehmen Sie Ihre regelmäßigen Kontrolltermine in unserer Praxis wahr. Diese Kontrollen sind wichtig, um eventuelle erste Anzeichen von Erkrankungen zu erkennen und diese früh behandeln zu können. Wir nennen Ihnen gern die für Sie empfehlenswerten Zeitabstände für die Vorsorgetermine. Noch besser wäre es natürlich, den Nikotinkonsum stark einzuschränken oder ganz darauf zu verzichten.

 

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